Abschied von Neuseeland

13 02 2010

Nach unserem Vulkanabenteur geht es weiter Richtung Norden – und wieder einmal regnet es in Stroemen. Diesmal ist der Regen so stark, dass einige Highways wegen Ueberflutung gesperrt werden muessen. Wir haben allerdings Glueck und erreichen ohne groessere Probleme die Coromandel Halbinsel, wo wir uns im „The Cat’s Pyjama Hostel“ einquartieren und wegen dem schlechten Wetter erst einmal einen Tag vor dem Fernseher verbringen (was mittlerweile ein ziemlicher Luxus fuer uns ist).

Am naechsten Tag schaut das Wetter aber zum Glueck einigermassen okay aus und wir starten zu einer Kuestenwanderung zur Cathedral Cove – angeblich einem der schoensten Straende von Neuseeland. Leider ist es zum Baden zu kalt, aber der Strand ist wirklich sehenswert.

Danach geht es weiter zum Hot Water Beach – einem Strand mit heissen Quellen unter der Oberflaeche. Bei Ebbe kann man sich am Strand eine mehr oder weniger grosse Badewanne graben, die sich dann langsam mit heissem Quellwasser fuellt. Da die heissen Quellen wahnsinnig beliebt sind, sieht es bei Ebbe ein bisschen aus, als waere eine Horde wahnsinniger Maulwuerfe ueber den Strand hergefallen.

Ganz einfach wie es klingt ist die Sache mit der Badewanne allerdings nicht: beim ersten Versuch haben wir ueberhaupt keine Quelle gefunden. Beim 2. Versuch sind wir dann dafuer direkt auf eine Quelle gestossen, sodass unsere Badewanne rund 65 Grad heiss war und wir uns ziemlich den Hintern verbrannt haben. Erst beim 3. Anlauf haben wir es geschafft durch ein ausgekluegeltes Zu- und Abflusssystem eine angenehme Badetemperatur zu finden.

Das war jetzt aber auch schon unser letztes Erlebnis in Neuseeland – nun geht es direkt weiter ins hoffentlich sonnige Australien.
Und da wir leider wieder eine extrem miese Internetverbindung und schlechte Computer haben, kommen die Fotos leider auch dieses Mal wieder etwas spaeter.



Viel Natur und noch mehr Regen

27 01 2010

Der Wettergott meint es leider gar nicht gut mit uns. Neuseeland erlebt den klaeltesten und regnerischten Sommer seit ewig und wir sind mittendrin. Nach ein paar mehr oder weniger trockenen (aber kuehlen) Tagen hat uns das naechste Tief mit Regen, Wind und Kaelte eingeholt.

Wir haben zwei Tage in Westport verbracht und Cape Foulwind samt seiner Seehunde-Kolonie besucht (und sind dabei so richtig schoen nass geworden). Dann sind wir Richtung Sueden aufgebrochen, immer zwischen Urwald und Kueste (mit einem kurzen Stopp bei den Pancake-Rocks), was ja eigentlich richtig schoen waere, aber leider hatten wir auch hier fast immer Nieselregen und kalten Wind.

In Greymouth hatten wir dann endlich einmal Glueck und haben einen relativ milden Abend mit etwas aehnlichem wie Sonnenuntergang erwischt. Das haben wir natuerlich gleich genuetzt und ein Lagerfeuer am Strand entfacht, wo wir Marshmellows gegrillt und eine Flasche neuseelaendischen Wein geleert haben.

Am naechsten Tag ging es dann ganz gemuetlich mit dem Zug ueber die Alpen. Zum Glueck, denn es hat schon wieder einmal gergnet (was uns leider das schoene Bergpanorama versaut hat). Auf der anderen Seite der Berge empfing uns Christchurch mit beinahe winterlichen 12 Grad. Da leider weit und breit keine Wetterbesserung in Sicht war, haben wir beschlossen, das Abenteuer Fahrrad aufzugeben und uns doch lieber einen wetterfesten Mietwagen zu nehmen. Mit dem fliehen wir jetzt zurueck Richtung Norden, denn im Sueden wird es immer kaelter und naesser (und wir verlieren langsam unsere ganze suedamerikanische Brauene).

Leider bedeutet das auch, dass wir einige Teile der Suedinsel gar nicht sehen werden, aber nach 3 Monaten im bunten Suedamerika wird uns bei soviel Natur und Schafen langsam doch ein bisschen langweilig und wir planen daher, unseren Aufenthalt in NZ zu verkuerzen und lieber mehr Zeit in Suedostasien zu verbringen.



Sandfliegen statt Forellen

20 01 2010

Leider mussten wir die schoenen Straende an der Tasman Bay viel zu schnell verlassen und landeinwaerts radeln. Allerdings zur Abwechslung einmal durch fast ganz flache Taeler. Nur ein einziger Pass war zu queren, bevor wir nach 2 Tagen und 2 „Patschen“ Lake Rotoroa erreicht haben, einen wunderschoenen einsamen See mit riesigen Forellen (nicht sehr bissig) und unzaehligen, winzigen Sandfliegen (umso bissiger).

Waehrend ich meinem erschoepften Koerper ein bisschen Erholung gegoennt habe, hat Philipp versucht eine der beruehmten grossen Forellen zu fangen, aber leider erfolglos. Und da es weit und breit keinen Supermarkt und auch kein Restaurant gegeben hat, haben wir tagelang von Nudeln, Reis und Muesliriegeln leben muessen.

Von Lake Rotoroa ging es dann Huegel auf und ab durch’s einsame Hinterland – vorbei an Kuehen und Schafen – bis zur ehemaligen Goldgraeberstadt Lyell, und von dort durch die Bullers Schlucht weiter an die Westkueste nach Westport, wo wir endlich wieder Fleisch und Gemuese kaufen konnten – und heute wird gegrillt!



Neuseeland auf 2 Raedern

15 01 2010

Eigentlich wollten wir uns in Neuseeland ja ein Auto kaufen, aber wieder einmal haben sich unsere Plaene geaendert. Weil wir immer wieder gehoert haben, wie schoen es ist in Neuseeland Rad zu fahren, haben wir uns kurzerhand zwei Fahrraeder samt Packtaschen gemietet und erkunden die Suedinsel jetzt auf sehr umweltfreundliche Art.

Der Start war leider nicht optimal. Nachdem wir mit der Faehre die Cook Street zwischen Wellington und Picton ueberquert hatten, hat es erst einmal in Stroemen geregnet. Unsere erste Tagesetappe hat uns also nur bis zum Campingplatz in Picton gefuehrt, wo wir uns mit Bier und Nudeln wieder ein bisschen aufgeheitert haben.

Am naechsten Morgen hat es zumindest nicht mehr geregnet, aber aufgrund eines hartnaeckigen arktischen Tiefs war es immer noch ziemlich bewoelkt und kuehl. Trotzdem sind wir in die Marlborough Sounds gestartet. Eigentlich hatten wir eine leichte 50km Anfangsetappe der Kueste entlang erwartet. Aber die Kuesten in NZ sind leider alles andere als flach und so haben wir gleich am ersten Tag rund 700 Hoehenmeter zurueckgelegt, was mit unseren schwer beladenen Fahrraedern ganz schoen anstrengend ist.

Nach einer kuehlen Nacht im Zelt haben wir den Rueckweg aus dem Queen Charlotte Sound mit einer Faehrfahrt verkuerzt und haben etliche Kilometer und noch mehr Hoehenmeter spaeter unser naechstes Ziel – Havelock – erreicht (immer noch im arktischen Tiefdruckwetter). Weiter ging es am naechsten Tag ins 75 Kilometer entfernte Nelson. Unterwegs konnten wir auf 2 vielbefahrenen Paessen feststellen, dass die neuseelaendischen LKW-Fahrer nicht ganz so freundliche und ruecksichtsvolle Zeitgenossen sind, wie die restlichen Kiwis. Dafuer haben wir uns am Abend ein cooles Hostel mit Sauna und Jacuzzi gegoennt.

Am 4. Tag ist dann auch endlich das bloede arktische Tief abgezogen und wir sind bei strahlendem Sonnenschein die Tasman Bay entlang geradelt (natuerlich wieder bergauf und bergab), bis nach Kaiteriteri – direkt am Abel Tasman Nationalpark – wo wir einen sonnigen Ruhetag am goldgelben Sandstrand eingelegt haben. Morgen geht es allerdings schon wieder weiter, denn die Suedinsel ist gross und unser Weg ist noch ziemlich lang.



Willkommen im Kiwiland

9 01 2010

Die Abreise aus Argentinien hat ein bisschen laenger gedauert, als geplant. Unser Flugzeug hatte Verspaetung und so haben wir noch eine ganze Nacht am Flughafen von Buenos Aires verbracht, bevor wir endlich unseren Flug ueber den Pazifik antreten konnten. Der Flug war dafuer angenehm kurz: nur 11 Stunden – eine Kleinigkeit im Vergleich zu argentinischen Busfahrten.

In Neuseeland angekommen wurden wir gleich von der Freundlichkeit der Kiwis ueberrascht. Sogar die Zollbeamten am Flughafen waren ueberaus freundlich und haben lieber froehlich mit uns geplaudert, als unser Gepaeck zu durchsuchen. Nur unsere Schuhe haben sie auf Sauberkeit kontrolliert – damit wir ja keine argentinischen Parasiten einschleppen.
Generell scheinen alle Neuseelaender ein Freundlichkeits-Gen mehr zu haben, als wir in Europa. Sobald man auf der Strasse einen Stadtplan in die Hand nimmt, kommen von allen Seiten hilfsbereite Leute, die einem den Weg zeigen. Und auf jede noch so bloede Frage bekommt man eine umfassende und freundliche Antwort.
Das einzig wirklich seltsame an diesem Land ist, dass es anscheinend keine neuseelaendischen Kiwis gibt – alle Kiwis die wir bisher im Supermarkt gesehen haben, stammen ausschliesslich aus Italien und kosten ein Heidengeld. Sogar bei uns sind die Kiwis billiger.

Auckland selbst ist eine tolle Stadt – nicht zu gross (nur 1 Mio. Einwohner) aber trotzdem extrem multikulturell und sehr relaxed. Ein bisschen wie Sydney – nur eben kleiner. Wir haben den Skytower besucht und sind mit Faehre und Bus kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Und weil Neuseeland doch um einiges teurer ist als Argentinien und selbst Hostels bei unserem Budget nur schwer leistbar sind, haben wir uns in Auckland ein Zelt zugelegt. Sobald wir auf der Suedinsel sind, wird also in der Natur geschlafen.

Von Auckland aus sind wir dann mit dem Bus quer ueber die Nordinsel direkt bis ins kuehle, sehr windige Wellington gefahren, wo wir hoffentlich morgen unseren fahrbaren Untersatz in Empfang nehmen koennen – und dann geht’s auf zur Suedinsel!