Ich Tarzan – Du Jane!

30 03 2010

Von Chiang Mai aus sind wir rund 3 Stunden mit dem Bus in die dschungelueberwucherten Huegel von Pai gefahren um ein bisschen Abenteuer zu erleben. Mit Mr. Chart – einem alten Dschungeljaeger – haben wir schnell einen erfahrenen Guide gefunden und gemeinsam mit seinem Assistenten Sup sind wir frueh am Morgen aufgebrochen um 2 Tage in einem absolut entlegenen Winkel im tiefsten Dschungel, abseits von allen anderen Trekkingtouristen, zu verbringen.

Bewaffnet mit Gewehr und Machetten sind wir also losgestapft. Mr Chart hat uns gleich zu beginn von Tigern, Baeren, Schlangen, Taranteln, riesigen Wildschweinen und 40 kg schweren Affen erzaehlt, die ueberall im Dschnungel wohnen, aber wir haben erst einmal nur illegale Teakholz-Schlaeger gesehen. Unterwegs haben wir auch zahlreiche Graeber von burmesischen Drogenschmugglern passiert, die hier im Dschungel von Grenzsoldaten erschossen wurden, aber zum Glueck sind wir auch denen nicht begegnet.

Mittags gab es noch ganz zivilisiert Reis (mit Hilfe von Bananenblaettern in Bambusrohren gekocht) und gegrilltes Rind- und Huehnerfleisch. Aber das war auch schon das letzte „normale“ Essen. Nach einigen schweisstreibenden Stunden im schwuelen Dschungel haben wir am spaeten Nachmittag endlich einen Platz mit Frischwasser erreicht, wo wir unser Nachtlager aufschlagen konnten. Dazu war aber erst einmal harte Arbeit notwendig: Bambusrohre mussten gefaellt und Bananenblaetter gesammelt werden, um uns einen Unterschlupf zu bauen. Ausserdem mussten wir dringend unsere Wasservorraete auffuellen und daher Literweise Flusswasser in Bambusrohren im offenen Feuer kochen.

Und auch fuer das Abendessen musste natuerlich gesorgt werden, aber dafuer hatten wir ja unseren Jaeger. Gleich bei Einbruch der Dunkelheit hat Mr. Chart sich gemeinsam mit Philipp auf den Weg gemacht um Froesche zu jagen. Um diese aus ihren Verstecken zu locken hat Mr. Chart einfach ein Buschfeuer entfacht. Da der Boden staubtrocken war, waren wir anfangs etwas besorgt, dass das Feuer voellig ausser Kontrolle geraten wuerde. Aber unser Dschungelguide wusste schon was er tat und das Feuer ging wie von ihm prophezeit genau an den Richtigen Stellen wieder von selbst aus. Die gefangenen Froesche bekamen wir uebrigens anschliessend als leckere Tom Yam Frog – Soup serviert.

Waehrend wir die Nacht gemuetlich in unserem Bananen-Bambus-Lager verbracht haben, ist Mr. Chart natuerlich wieder auf die Jagd gegangen und konnte uns beim Aufwachen seinen naechsten Fang praesentieren: irgendeine Riesenratte (angeblich ein Racoon), die er erst einmal uebers offene Feuer gehalten hat um sie zu haeuten, bevor Helferlein Sup das Tier ausgenommen hat und uns zum Fruehstueck eine scharfe Suppe aus Ratteninnereien und Reis gekocht hat. Aber da Innereien ja nicht jedermanns Sache sind, gab es natuerlich auch noch einige Froesche vom Vorabend – diesmal am Spiess gegrillt.

Gestaerkt von diesem etwas aussergewoehnlichen Fruehstueck haben wir uns schliesslich wieder auf den Weg in die Zivilisation gemacht. Auf dem Rueckweg sind wir an einem netten Wasserfall vorbei gekommen, wo wir uns erst einmal den ganzen Dreck abwaschen konnten und unser Jaeger hat unterwegs noch schnell eine Eule geschossen. Unsere Befuerchtungen, dass wir Mittags Eulensuppe bekommen wuerden, hat sich aber gluecklicherweise nicht erfuellt – es gab nur gegrillte Froesche, Reis und Papayas. Nach stundenlangem Vorwaertskaempfen durch den dichten Dschungel (wobei wir tatsaechlich noch 2 Schlangen gesehen haben) sind wir schliesslich am Nachmittag wohlbehalten wieder in Pai angekommen, wo wir uns erst einmal im Supermarkt Cola, Chips und Schokoriegel zur Erholung gekauft haben.

Uebrigens: den Rest der „Ratte“ und die Eule haben wir an den folgenden 2 Abenden noch als Ragout kosten duerfen. Allerdings brauchten wir ziemlich viel Whiskey um die Koestlichkeiten hinunter zu spuelen 🙂



Streithaehne in Chiang Mai

27 03 2010

Unser naechster Stopp im Norden war Chiang Mai, die zweitgroesste Stadt Thailands. Aber trotz der Groesse wirkt Chang Mai bei weitem nicht so hektisch und chaotisch wie Bangkok. Das recht kleine Stadtzentrum ist teilweise noch von einer alten Stadtmauer umgeben und besteht aus einem Gewirr von kleinen Gassen, die sich am Wochenende in einen faszinierenden bunten Markt verwandeln. Wir haben uns von Stand zu Stand durchgekostet und Philipp hat sogar seine erste Heuschrecke verzehrt (war angeblich gar nicht so schlecht – recht knusprig mit hoelzernem Geschmack).

Unser Kulturprogramm haben wir auch fortgesetzt und neben ein paar Tempeln ein Hahnenkampf-Center besucht, wo man nicht nur alles ueber den Kampf selbst erfaehrt, sondern auch einen Einblick in das Training der Haehne bekommt. Ausserdem konnten wir uns einen Showkampf zwischen „Rambo“, einem burmesischen Kampfhahn und „Conan“, einer thai-saigon Mischung anschauen, wobei jede Rasse ihre besondern Staerken und Schwaechen hat. Burmesiche Haehne setzen auf Taktik und sind gut im Kicken, waehrend thailaendische Haehne offensiv und gut im Picken sind. Saigon Haehne sind besonders kraeftig aber haben dafuer wenig im Hirn und benutzen dementsprechend wenig Taktik (ganz wie die menschlichen Boxer).

Eigentlich erinnert so ein Hahenkampf stark an einen normalen Boxkampf. 20 Minuten lang treten und picken die beiden Kampfhaehne wie verrueckt aufeinander ein. Danach folgt eine 20-minuetige Pause, in der die Trainer die Haehne versorgen: kleine Wunden werden verarztet und genaeht, warme Tuecher werden um die Koepfe gewickelt, um die Muskeln warm zu halten und die Tiere werden mit Wasser, Reis und Bananen versorgt. Schliesslich beginnt die naechste Runde und normalerweise wird weitergekaempft, bis ein Hahn aufgibt und die Flucht ergreift oder der Schiedsrichter bzw. der Trainer den Kampf wegen deutlicher Unterlegenheit eines Hahnes beenden. Aber zur Beruhigung: in Thailand wird nicht bis zum Tod eines Hahnes gekaempft und abgesehen von einigen Kratzern, kleinen Wunden und geschwollenen Augen kommt normalerweise kein Hahn ernsthaft zu Schaden.



Alte Tempel und junge Hunde

22 03 2010

Nach soviel suessem Strandleben wird es hoechste Zeit fuer ein bisschen Kultur. Aber erst einmal stehen 29 Stunden Reisezeit auf dem Programm. Von Koh Lanta geht es per Bus und Faehre zurueck auf’s Festland und dann mit einem furchtbar engen und unbequemen Nachtbus nach Bangkok (kein Vergleich mit den argentinischen Bussen – schlafen ist hier kaum moeglich).

Wegen der derzeitigen Demonstrationen wollen wir uns nicht laenger als unbedingt noetig in Bangkok aufhalten und so fahren wir gleich nach unserer Ankunft im Morgengrauen zum Bahnhof und nehmen den ersten Zug Richtung Norden. 6 Stunden spaeter steigen wir in Phitsanulok in einen anderen unbequemen Bus um und erreichen fast 2 Stunden spaeter endlich Sukothai.

Den ersten Nachmittag verbringen wir nur mit Schlafen. Aber frueh am naechsten Morgen sind wir wieder fit genug, um uns ein Moped zu mieten und die Ruinen von Old Sukothai zu besuchen, das vor vielen hundert Jahren einmal die Hauptstadt von Thailand war (mittlerweile leben nur noch einige Schildkroeten und viele Hunde dort).

Nach sovielen Tempeln und Buddhas verbringen wir einen ruhigen Abend in unserem Guesthouse, wo wir gemeinsam mit einigen anderen Travellern durch den thailaendischen Biermarkt kosten und Kraft fuer unsere Weiterreise nach Chang Mai sammeln.



Weisser Strand und lila Moped

20 03 2010

Zurueck ans Meer. Vom Dschungel in Khao Sok fahren wir per Minibus nach Krabi und von dort weiter zum Strand von Tong Sai. Dort angekommen, nisten wir uns in einer winzigen Bambushuette mit Open-Air Bad ein und koennen vom Bett aus einer riesigen schwarzen Ziege zuschauen, die direkt vor unserer Bambushuette lebt.
Damit wir auch noch ein bisschen was von der Umgebung sehen, mieten wir uns ein Kajak und paddeln einen ganzen Nachmittag zwischen Kalksteinfelsen und einsamen Straenden lang der Kueste entlang.

Am naechsten Tag geht es mit einem etwas groesseren Boot weiter nach Koh Lanta, einer nahegelegenen Insel in der Andaman See. Auch hier finden wir wieder einen billigen kleinen Bungalow und diesmal mieten wir uns zur Fortbewegung ein suesses lila Moped (Philipp findet es ein bisschen schwul, aber mir gefaellt es richtig gut). Mit unserem Schwuli-Flitzer machen wir die naechsten paar Tage die Insel unsicher und erkunden saemtliche Straende.
Eine neue Kamera haben wir uns uebrigens auch schon wieder kaufen muessen, da unsere bolivianische Sony-Faelschung leider ploetzlich den Geist aufgegeben hat. Jetz versuchen wir es mit einer thailaendischen Kodak-Kamera. Mal schauen, ob die laenger haelt.



Monkey Circus

16 03 2010

Um ein bisschen Abwechslung von weissen Sandstraenden, Palmen und bunten Fischen zu haben, sind wir fuer 3 Tage in den Dschungel von Khao Sok gefahren. Ganz dschungel-typisch haben wir uns in einer Bambushuette auf hohen Pfaehlen einquartiert, die zumindest vor einigen Kriechtieren Schutz bietet. Leider aber nicht vor Baumbewohnern wie Affen.

Zweimal taeglich – frueh am Morgen und in der Abenddaemmerung – hat uns eine Horde Affen heimgesucht und einen ganz schoenen Radau veranstaltet. Sie haben unser Badezeug vom Balkon geworfen, unser Cola geklaut und uns sogar ganz frech vor unsere Huettentuere gekackt. Einmal sind sie auch durch’s Fenster in unsere Huette eingbrochen und haben sich an unseren Medikamenten vergriffen. Auf unsere Versuche, sie zu verscheuchen haben sie uns nur die Zaehne gezeigt und wuetend gefaucht und so ist uns nichts anderes uebrig geblieben, als aus sicherer Entfernung zuzuschauen und zu warten, bis die verrueckte Horde zu den Nachbarn weitergezogen ist um dort ihr Unwesen zu treiben.

Die Zeit zwischen den Affenbesuchen haben wir uns miteinem ziemlich langweiligen Elefantenritt und ein bisschen Dschungel-Trekking vertrieben (inkl. zugelaufenem Hund, was uns sehr an unsere Tage in Brasilien erinnert hat).
Mittlerweile sind wir wieder am Meer (diesmal an der Westkueste) angelangt, aber mehr davon beim naechsten Mal.



Tauchspass auf Koh Tao

8 03 2010

Nach unserer Ankunft in Thailand haben wir nicht viel Zeit in Bangkok verschwendet, obwohl wir diese verrueckte, bunte, chaotische Stadt lieben. Aber noch mehr lieben wir Strand und Meer und so sind wir nach einem schnellen Shoppingtrip (ein paar neue Kleidungsstuecke waren einfach schon dringend noetig) in den ersten Zug Richtung Sueden gestiegen. In Chumporn haben wir dann auf die beruechtigte Nachtfaehre nach Koh Tao gewechselt, wo wir auf einem Matrazenlager mit einigen anderen Travellern die Nacht verbracht haben, bevor wir im Morgengrauen unser Ziel erreicht haben.

In Koh Tao sind wir fuer unglaublich billige 6 EUR (fuer ein recht schoenes Doppelzimmer inkl. Balkon und Poolblick) in Ban’s Diving Resort abgestiegen sind. Und natuerlich haben wir uns sofort fuer einen Tauchkurs angemeldet und die folgenden Tage mehr unter als ueber Wasser verbracht. Eine unglaublich tolle Erfahrung. Wir haben Fische in allen Groessen und Farben gesehen – vor uns, hinter uns, neben uns, ober uns und unter uns. Man ist mit dem Schauen gar nicht mehr nachgekommen.

Die Abende haben wir in wunderschoenen Strandbars verbracht, wo man direkt im weissen Sand am Meer sitzt, billiges Bier trinkt und Feuerjongleuren zuschauen kann.

Weil’s sooo schoen war, wollten wir nach unserem bestandenen Open Water Diver auch gleich noch einen Advancedkurs dranhaengen. Aber leider hat uns mein linkes Ohr einen Strich durch die Rechnung gemacht (Barotrauma) und so muessen wir vor unserem naechsten Tauchgang zumindest eine 5-taegige Pause einlegen. Also machen wir uns jetzt erst einmal auf den Weg ans Festland und besuchen den Khao Sok Nationalpark.



Crazy days in Sydney

2 03 2010

Vor unserer Weiterreise nach Asien haben noch einmal Lisa, Matt & James in Sydney besucht. Diesmal war das Wetter perfekt und wir haben viel Zeit im hauseigenen Pool und am beruehmten Bondi Beach verbracht.

Daneben haben wir aber auch Mardi Gras besucht, ein riesiges Schwulen & Lesben Fest in Sydney mit einer verrueckten Parade am Samstag Abend.
Hier ein paar Bilder aus dem bunten Sydney.