Viel Natur und noch mehr Regen

27 01 2010

Der Wettergott meint es leider gar nicht gut mit uns. Neuseeland erlebt den klaeltesten und regnerischten Sommer seit ewig und wir sind mittendrin. Nach ein paar mehr oder weniger trockenen (aber kuehlen) Tagen hat uns das naechste Tief mit Regen, Wind und Kaelte eingeholt.

Wir haben zwei Tage in Westport verbracht und Cape Foulwind samt seiner Seehunde-Kolonie besucht (und sind dabei so richtig schoen nass geworden). Dann sind wir Richtung Sueden aufgebrochen, immer zwischen Urwald und Kueste (mit einem kurzen Stopp bei den Pancake-Rocks), was ja eigentlich richtig schoen waere, aber leider hatten wir auch hier fast immer Nieselregen und kalten Wind.

In Greymouth hatten wir dann endlich einmal Glueck und haben einen relativ milden Abend mit etwas aehnlichem wie Sonnenuntergang erwischt. Das haben wir natuerlich gleich genuetzt und ein Lagerfeuer am Strand entfacht, wo wir Marshmellows gegrillt und eine Flasche neuseelaendischen Wein geleert haben.

Am naechsten Tag ging es dann ganz gemuetlich mit dem Zug ueber die Alpen. Zum Glueck, denn es hat schon wieder einmal gergnet (was uns leider das schoene Bergpanorama versaut hat). Auf der anderen Seite der Berge empfing uns Christchurch mit beinahe winterlichen 12 Grad. Da leider weit und breit keine Wetterbesserung in Sicht war, haben wir beschlossen, das Abenteuer Fahrrad aufzugeben und uns doch lieber einen wetterfesten Mietwagen zu nehmen. Mit dem fliehen wir jetzt zurueck Richtung Norden, denn im Sueden wird es immer kaelter und naesser (und wir verlieren langsam unsere ganze suedamerikanische Brauene).

Leider bedeutet das auch, dass wir einige Teile der Suedinsel gar nicht sehen werden, aber nach 3 Monaten im bunten Suedamerika wird uns bei soviel Natur und Schafen langsam doch ein bisschen langweilig und wir planen daher, unseren Aufenthalt in NZ zu verkuerzen und lieber mehr Zeit in Suedostasien zu verbringen.



Sandfliegen statt Forellen

20 01 2010

Leider mussten wir die schoenen Straende an der Tasman Bay viel zu schnell verlassen und landeinwaerts radeln. Allerdings zur Abwechslung einmal durch fast ganz flache Taeler. Nur ein einziger Pass war zu queren, bevor wir nach 2 Tagen und 2 „Patschen“ Lake Rotoroa erreicht haben, einen wunderschoenen einsamen See mit riesigen Forellen (nicht sehr bissig) und unzaehligen, winzigen Sandfliegen (umso bissiger).

Waehrend ich meinem erschoepften Koerper ein bisschen Erholung gegoennt habe, hat Philipp versucht eine der beruehmten grossen Forellen zu fangen, aber leider erfolglos. Und da es weit und breit keinen Supermarkt und auch kein Restaurant gegeben hat, haben wir tagelang von Nudeln, Reis und Muesliriegeln leben muessen.

Von Lake Rotoroa ging es dann Huegel auf und ab durch’s einsame Hinterland – vorbei an Kuehen und Schafen – bis zur ehemaligen Goldgraeberstadt Lyell, und von dort durch die Bullers Schlucht weiter an die Westkueste nach Westport, wo wir endlich wieder Fleisch und Gemuese kaufen konnten – und heute wird gegrillt!



Neuseeland auf 2 Raedern

15 01 2010

Eigentlich wollten wir uns in Neuseeland ja ein Auto kaufen, aber wieder einmal haben sich unsere Plaene geaendert. Weil wir immer wieder gehoert haben, wie schoen es ist in Neuseeland Rad zu fahren, haben wir uns kurzerhand zwei Fahrraeder samt Packtaschen gemietet und erkunden die Suedinsel jetzt auf sehr umweltfreundliche Art.

Der Start war leider nicht optimal. Nachdem wir mit der Faehre die Cook Street zwischen Wellington und Picton ueberquert hatten, hat es erst einmal in Stroemen geregnet. Unsere erste Tagesetappe hat uns also nur bis zum Campingplatz in Picton gefuehrt, wo wir uns mit Bier und Nudeln wieder ein bisschen aufgeheitert haben.

Am naechsten Morgen hat es zumindest nicht mehr geregnet, aber aufgrund eines hartnaeckigen arktischen Tiefs war es immer noch ziemlich bewoelkt und kuehl. Trotzdem sind wir in die Marlborough Sounds gestartet. Eigentlich hatten wir eine leichte 50km Anfangsetappe der Kueste entlang erwartet. Aber die Kuesten in NZ sind leider alles andere als flach und so haben wir gleich am ersten Tag rund 700 Hoehenmeter zurueckgelegt, was mit unseren schwer beladenen Fahrraedern ganz schoen anstrengend ist.

Nach einer kuehlen Nacht im Zelt haben wir den Rueckweg aus dem Queen Charlotte Sound mit einer Faehrfahrt verkuerzt und haben etliche Kilometer und noch mehr Hoehenmeter spaeter unser naechstes Ziel – Havelock – erreicht (immer noch im arktischen Tiefdruckwetter). Weiter ging es am naechsten Tag ins 75 Kilometer entfernte Nelson. Unterwegs konnten wir auf 2 vielbefahrenen Paessen feststellen, dass die neuseelaendischen LKW-Fahrer nicht ganz so freundliche und ruecksichtsvolle Zeitgenossen sind, wie die restlichen Kiwis. Dafuer haben wir uns am Abend ein cooles Hostel mit Sauna und Jacuzzi gegoennt.

Am 4. Tag ist dann auch endlich das bloede arktische Tief abgezogen und wir sind bei strahlendem Sonnenschein die Tasman Bay entlang geradelt (natuerlich wieder bergauf und bergab), bis nach Kaiteriteri – direkt am Abel Tasman Nationalpark – wo wir einen sonnigen Ruhetag am goldgelben Sandstrand eingelegt haben. Morgen geht es allerdings schon wieder weiter, denn die Suedinsel ist gross und unser Weg ist noch ziemlich lang.



Willkommen im Kiwiland

9 01 2010

Die Abreise aus Argentinien hat ein bisschen laenger gedauert, als geplant. Unser Flugzeug hatte Verspaetung und so haben wir noch eine ganze Nacht am Flughafen von Buenos Aires verbracht, bevor wir endlich unseren Flug ueber den Pazifik antreten konnten. Der Flug war dafuer angenehm kurz: nur 11 Stunden – eine Kleinigkeit im Vergleich zu argentinischen Busfahrten.

In Neuseeland angekommen wurden wir gleich von der Freundlichkeit der Kiwis ueberrascht. Sogar die Zollbeamten am Flughafen waren ueberaus freundlich und haben lieber froehlich mit uns geplaudert, als unser Gepaeck zu durchsuchen. Nur unsere Schuhe haben sie auf Sauberkeit kontrolliert – damit wir ja keine argentinischen Parasiten einschleppen.
Generell scheinen alle Neuseelaender ein Freundlichkeits-Gen mehr zu haben, als wir in Europa. Sobald man auf der Strasse einen Stadtplan in die Hand nimmt, kommen von allen Seiten hilfsbereite Leute, die einem den Weg zeigen. Und auf jede noch so bloede Frage bekommt man eine umfassende und freundliche Antwort.
Das einzig wirklich seltsame an diesem Land ist, dass es anscheinend keine neuseelaendischen Kiwis gibt – alle Kiwis die wir bisher im Supermarkt gesehen haben, stammen ausschliesslich aus Italien und kosten ein Heidengeld. Sogar bei uns sind die Kiwis billiger.

Auckland selbst ist eine tolle Stadt – nicht zu gross (nur 1 Mio. Einwohner) aber trotzdem extrem multikulturell und sehr relaxed. Ein bisschen wie Sydney – nur eben kleiner. Wir haben den Skytower besucht und sind mit Faehre und Bus kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Und weil Neuseeland doch um einiges teurer ist als Argentinien und selbst Hostels bei unserem Budget nur schwer leistbar sind, haben wir uns in Auckland ein Zelt zugelegt. Sobald wir auf der Suedinsel sind, wird also in der Natur geschlafen.

Von Auckland aus sind wir dann mit dem Bus quer ueber die Nordinsel direkt bis ins kuehle, sehr windige Wellington gefahren, wo wir hoffentlich morgen unseren fahrbaren Untersatz in Empfang nehmen koennen – und dann geht’s auf zur Suedinsel!



Die letzten Tage in Suedamerika

5 01 2010

Die letzten eineinhalb Wochen nach Weihnachten gab es eigentlich keine grossartigen Ereignisse mehr, darum fassen wir einfach alle Stationen in einem Eintrag zusammen.

Nach unserem Weihnachtsstopp in Ica sind wir der Kueste entlang Richtung Lima gefahren. Unterwegs haben wir in zwei netten kleinen Fischerdoerfern Station gemacht (Paracas und Pucusana), wo wir Unmengen an Ceviche gegessen haben (roher Fisch und Meeresfruechte, die mit Limettensaft und scharfen Gewuerzen mariniert wird – unheimlich gut!).

In Lima selbst haben wir nur einen ganz kurzen Uebernachtungsstopp eingelegt und sind dann am 30. Dezember zurueck nach Buenos Aires geflogen, wo wir Silvester gerfeiert haben. Aber fuer alle die uns jetzt unheimlich beneiden: Silvester ist sogar in Deutschlandsberg aufregender als in Buenos Aires.
Die Argentinier gehen den ganzen Abend lang in irgendwelche furchbar teuren Restaurants, in denen man ohne Reservierung nicht einmal einen Platz bekommt. Ansonsten hat alles zu (sogar McDonald’s) – nur ein paar windige Chinesen haben offen, wo’s was zu essen gibt. Um Mitternacht gab’s dann ein ziemlich bescheidenes Feuerwerk und ein warmes Bier fuer das wir uns 40 Minuten lang anstellen mussten. Aber lustig war’s trotzdem.

Die letzten 3 Tage in Buenos Aires sind auch wie im Flug vergangen. Wir haben uns den Start der Ralley Dakar angesehen, haben das perfekte Steak gesucht (und gefunden) und einfach die Stadt genossen. Und am 4 Januar sind wir schliesslich mit viel Verspaetung in Richtung Neuseeland gestartet, wo wir heute morgen ziemlich muede angekommen sind.



Auf dem Inca-Jungle-Trail nach Machu Picchu

2 01 2010

Um nach Machu Picchu zu gelangen, haben wir auf den herkömmlichen Touristentrasport per Zug verzichtet, und haben einen etwas aufregenderen (und viel längeren) Weg gewählt: den Inca-Jungle-Trail.

Von Cusco aus ging es mit ca. 12 anderen Teilnehmern zunächst steil bergauf bis auf 4300 Meter – zum Glück per Auto. Oben angekommen, haben wir uns auf´s Mountainbike geschwungen und sind rund 3000 Meter über eine steile Bergstrasse (inkl. Gegenverkehr) hinunter in den Dschungel gedüst. Die Fahrt war nicht besonders schwierig, aber angesichts der nicht besonders gut gewarteten Fahrräder und der etwas anderen Fahrweise der Peruaner doch recht spannend. Unten angekommen wartete ein sehr gutes Abendessen, viel Bier und ein sehr einfaches Quartier auf uns.

Am nächsten Morgen ging es entlang eines alten Inka-Weges durch Coca-Plantagen und Dschungel 9 Stunden lang wieder bergauf. Unterwegs konnten wir frische Mangos, Mandarinen und Kakaofrüchte „jagen“, was das Wandern deutlich angenehmer machte. Philipp wollte umbedingt eine uralte, manuelle Transportseilbahn über einen reissenden Fluss ausprobieren – und natürlich ist dabei das Seil gerissen. Aber Self-Made Philipp hat sich und 2 weitere Insassen „gerettet“, indem er die Seilbahn per Hand zurück ans Ufer gezogen hat. Als Tagesziel lockten die Hot Springs von Santa Teresa, wo wir uns endlich den Schweiss von unseren geschundenen Körpern waschen konnten.

Am 3. Tag ging die Hatscherei entlang von endlosen Bahnschienen weiter und führte uns schliesslich nach Aquas Calientes, ein Dorf am Fusse von Machu Picchu. Aber von Erholung keine Rede: um 4 Uhr Früh am nächsten Morgen standen wir bereits mit geschultertem Rucksack bereit, um die letzten 400 Höhenmeter nach Machu Picchu zu erklimmen.

Als wir bei Tagesanbruch oben ankamen regnete es in Strömen und es war bitter, bitter kalt. Aber nach einem wärmenden Coca-Tee waren wir dann doch bereit, die alte Inka-Stadt zu erkunden. Gegen Nachmittag wurde sogar das Wetter etwas besser, sodass wir doch noch einige schöne „Postkartenfotos“ von Machu Picchu machen konnten.

Die Heimfahrt gestaltete sich allerdings auch noch etwas schwierig. Eigentlich hätten wir Aquas Calientes per Zug um 18:00 Uhr Richtung Cusco verlassen sollen. Aber aufgrund von technischen Problemen hat sich die Abfahrt um rund 4 Stunden verzögert. Netterweise hat uns Inca-Rail die Wartezeit versüsst und uns (verschwizt und dreckig wie wir waren) ins beste Restaurant von Aquas Calientes eingeladen, wo wir ein wunderbares 3-gängiges Menü samt dickem Pfeffersteak bekommen haben (ein vorzeitiges Weihnachtsessen). So waren wir zumindest einigermassen satt, als wir um 2 Uhr mogens todmüde wieder in Cusco angekommen sind.