Fish’n Surf

25 02 2010

Leider hat uns auf der Fahrt Richtung Great Barrier Reef der Dauerregen wieder eingeholt und so haben wir kurzerhand umgedreht und haben uns etwas weiter suedlich ausgiebig dem australischen Strandleben gewidmet.

Erste Anlaufstelle war Noosa an der Sunshine Coast, wo wir als erstes unser Glueck beim Hochseefischen versucht haben. Aber wie so oft sind wir leider wieder absolut leer ausgegangen. Philipp hat zwar ein paar nette Fischchen gefangen, aber die waren alle zu klein, um sie mitzunehmen. Und ich habe mehr mit Seekrankheit als mit Fischen gekaempft und war somit auch kein erfolgreicher Petrijuenger.

Somit haben wir unsere Fischerkarriere bis auf weiteres an den Nagel gehaengt und haben uns eine neue Beschaeftigung am Meer gesucht: Surfen!
Nach 2 Kursstunden waren wir immerhin schon in der Lage einige Wellen zu erwischen, am Brett aufzustehen und mehr oder weniger geradeaus zum Strand zu reiten. Die naechsten 2 Nachmittage haben wir fast ausschliesslich auf gemieteten Surfbrettern im Wasser verbracht, bis uns Erschoepfung und Muskelkater zur Weiterreise getrieben haben.

Nach diesen ersten Surfversuchen war der naechste logische Stopp auf unserer Reise natuerlich Surfer’s Paradise an der Gold Coast, eine grosse, verrueckte, glitzernde Hochhausstadt an einem endlosen Strand, wo wir uns aber aufgrund von eher schlechtem Wetter und hohen Wellen aufs Zuschauen beschraenkt haben.

Mittlerweile sind wir in Byron Bay in New South Wales angekommen, einem kleinen Dorf mit unglaublich billigem Essen, vielen Traveller-Bars (in denen wir den Altersschnitt deutlich heben) und Delfinen, die direkt vor der Kueste in den Wellen spielen.
Leider ist unsere Zeit in Australien aber beinahe wieder vorbei und morgen machen wir uns bereits auf den Weg nach Sydney, wo wir am 1. Maerz Richtung Bangkok starten.



Die Dingos von Fraser Island

19 02 2010

Was waere Australien ohne einem richtigen 4WD-Abenteuer – in unserem Fall auf Fraser Island, der groessten Sandinsel der Welt.

Mit unserm gemieteten Mini-Gelaendewagen holpern wir 2 Tage lang auf Sandpisten durch den Dschungel, brausen ueber endlose Straende und durchqueren unzaehlige mehr oder weniger tiefe Creeks. Anfangs ist uns der viele, oft sehr tiefe Sand nicht ganz geheuer, aber Philipp meistert das Gelaende ohne ein einziges Mal stecken zu bleiben. Wir baden in tuerkiesblauen Suesswasserseen, betrachten Schwiffswracks am Strand und waten durch kristallklare Fluesse. Abends schlagen wir hinter einer Duene am Strand unser Zelt auf und geniessen am Strand im Sonnenuntergang Chilli aus der Dose und eine Flasche Rotwein. Alles waere perfekt, waeren da nciht die Dingos.

Kaum haben wir unser Abendessen beendet, sehen wir einen Dingo den Strand entlang in unsere Richtung schlendern. Da wir mehrfach gewarnt worden sind, kein Essen herumliegen zu lassen, verstauen wir schnell Vorraete und Geschirr im Auto – gerade noch rechtzeitig, bevor der Dingo unseren Picknickplatz erreicht.
Wir sind etwas erstaunt, dass das Tier ueberhaupt keine Scheu vor uns zeigt und trotz laufendem Motor sogar direkt bis zu unserm Auto kommt. Sicherheitshalber beschliessen wir, unsere Picknickdecke nun lieber direkt vor unserem Auto aufzubreite. Eine gute Entscheidung, denn nicht einmal eine Stunde spaeter sehen wir im schwachen Schein unserer Taschenlampe einen Dingo stehen – keine 3 Meter von uns entfernt!

Mit einem Sprung sind wir beide im Auto. Wir haetten nie gedacht, dass ein wildes Tier trotz Licht und Stimmen so nahe kommt. Aber der Dingo sucht offensichtlich verzweifelt nach Futter und beschnueffelt sogar ausgiebig unser Zelt, was uns zu dem Entschluss bringt, die Nacht lieber im sicheren Auto zu verbringen. Wir haben keine Lust nachts von einem Dingo im Zelt besucht zu werden – und es war tatsaechlich nicht der letzte Dingo der unseren Zeltplatz in dieser Nacht besucht hat.

Nach einer sehr unbequemen Nacht im heissen Auto setzen wir unsere Fahrt auf der wunderschoenen Insel frueh am Morgen fort. Und trotz aller Dingo-Widrigkeiten bringen wir uns und unseren kleinen Flitzer unversehrt ans Festland zurueck.



Ankunft bei den Kaengurus

19 02 2010

Wir verlassen das verregnete Neuseeland in einem nagelneuen Airbus 380 und fliegen nach Australien, aber der Regen folgt uns hartnaeckig. Nachdem bereits Machu Picchu in Peru und Teile Neuseelands ueberflutet wurden, erlebt nun auch Sydney die staerksten Regenfaelle seit Jahren. Sogar die Kueche unserer Gastgeber Matt & Lisa steht zeitweise unter Wasser und wir fuehlen uns ein bisschen schuldig.

Nach einem kurzen Aufenthalt in der wohl schoensten Stadt der Welt brechen wir auf um weitere Verwandte in Tocumwal am Murry River zu besuchen. Auf der langen Fahrt schaffen wir es endlich den Regen abzuhaengen und in Tocumwal erwartet uns Sonnenschein und Hitze. Wir baden ausgiebig im Murry River und werden ein paar Tage lang mit gutem Essen verwoehnt, bevor wir unsere Weiterreise antreten.

Auf unserer Fahrt zurueck zur Kueste durchqueren wir eine Region mit besonders vielen Edelsteinen. Da wir etwas knapp bei Kasse sind, wollen wir natuerlich unser Glueck versuchen und verbringen einen ganzen Tag damit, in einem Creek nach Saphiren zu suchen. Einige kleine Exemplare finden wir tatsaechlich, aber leider nicht genug um unsere Reisekasse wesentlich aufzubessern. Also werden wir wohl auch weiterhin oft im Zelt schlafen.

Kurz nach Brisbane machen wir dann noch einen Stopp im Australia Zoo (dem Zoo des beruehmten australischen Crocodile Hunter Steve Irwin), wo wir Kaengurus kraulen und Krokodile bewundern, bevor wir uns auf den Weg nach Fraser Island machen.



Abschied von Neuseeland

13 02 2010

Nach unserem Vulkanabenteur geht es weiter Richtung Norden – und wieder einmal regnet es in Stroemen. Diesmal ist der Regen so stark, dass einige Highways wegen Ueberflutung gesperrt werden muessen. Wir haben allerdings Glueck und erreichen ohne groessere Probleme die Coromandel Halbinsel, wo wir uns im „The Cat’s Pyjama Hostel“ einquartieren und wegen dem schlechten Wetter erst einmal einen Tag vor dem Fernseher verbringen (was mittlerweile ein ziemlicher Luxus fuer uns ist).

Am naechsten Tag schaut das Wetter aber zum Glueck einigermassen okay aus und wir starten zu einer Kuestenwanderung zur Cathedral Cove – angeblich einem der schoensten Straende von Neuseeland. Leider ist es zum Baden zu kalt, aber der Strand ist wirklich sehenswert.

Danach geht es weiter zum Hot Water Beach – einem Strand mit heissen Quellen unter der Oberflaeche. Bei Ebbe kann man sich am Strand eine mehr oder weniger grosse Badewanne graben, die sich dann langsam mit heissem Quellwasser fuellt. Da die heissen Quellen wahnsinnig beliebt sind, sieht es bei Ebbe ein bisschen aus, als waere eine Horde wahnsinniger Maulwuerfe ueber den Strand hergefallen.

Ganz einfach wie es klingt ist die Sache mit der Badewanne allerdings nicht: beim ersten Versuch haben wir ueberhaupt keine Quelle gefunden. Beim 2. Versuch sind wir dann dafuer direkt auf eine Quelle gestossen, sodass unsere Badewanne rund 65 Grad heiss war und wir uns ziemlich den Hintern verbrannt haben. Erst beim 3. Anlauf haben wir es geschafft durch ein ausgekluegeltes Zu- und Abflusssystem eine angenehme Badetemperatur zu finden.

Das war jetzt aber auch schon unser letztes Erlebnis in Neuseeland – nun geht es direkt weiter ins hoffentlich sonnige Australien.
Und da wir leider wieder eine extrem miese Internetverbindung und schlechte Computer haben, kommen die Fotos leider auch dieses Mal wieder etwas spaeter.



Ab in die Hoelle

6 02 2010

Nach all dem Regen auf der Suedinsel brauchten wir dringend ein bisschen Waerme. Und was ist da wohl besser geeignet als Vulkane!

Mit unserem superkleinen Miniflitzer sind wir also schnurstracks ins Herz der Nordinsel gefahren, in den Tongariro Nationalpark, wo es tatsaechlich noch aktive Vulkane gibt. In einer 7-stuendigen Wanderung haben wir das gesamte Vulkanplateau durchwandert, dass uebrigens die Kulisse fuer Mordor in Herr der Ringe war. Und auch wenn der letzte Vulkanausbruch schon 15 Jahre zurueckliegt, kann man deutlich sehen, wie die Erde arbeitet: ueberall kommt heisser Dampf aus dem Boden und der Schwefelgeruch ist wirklich ziemlich penetrant.

Nach unserm Vulkanabenteuer haben wir ein Geo-Thermal-Gebiet in der Naehe von Rotorua besucht und das hatte wirklich Aehnlichkeit mit der Hoelle – allerdings mit einer recht schoenen Hoelle. Blubbernde Schlammloecher wechselten sich mit dampfenden Seen ab, die aufgrund der mineralischen Ablagerungen in den unglaublichsten Farben gefaerbt sind. Und ueber allem haengt natuerlich staendig ein furchbareer Schwefelgestank.

Dieser Teil von Neuseeland gefaellt uns bisher am besten, weil die Vulkane fuer uns etwas voellig Neues und Unbekanntes sind. Zum ersten Mal sind wir auch so richtig mit der Maori-Kultur in Kontakt. In diesem Gebiet von Neuseeland leben zahlreiche Maori und ueberall stolpert man ueber wunderschoene geschnitzte Figuren und Verzierungen.
Und ein riesiger Vorteil dieser aktiven Vulkangegend sind die unzaehligen heissen Thermalquelen, die in fast jedem Ort zu finden sind. So kann man sich nach einem langen Wandertag wunderbar erholen.