Happy New Year

28 04 2010

Bevor wir Siem Reap Richtung Phonm Pehn verlassen haben, wurde noch einmal richtig gefeiert. In Kambodscha (wie auch in Thailand, Laos und Myanmar) gehen die Uhren etwas anders als bei uns und so wurde Mitte April der Beginn des Jahres 2554 (Buddhist Era) gefeiert! Zu diesem Anlass wurden wir netterweise von den Angestellten unseres Guesthouses zu Speiss und Tanz eingeladen. So kam es also, dass wir zu asiatischen Klaengen mit wiegenden Schritten und seltsamen Handverrenkungen stundenlang um einen Tisch getanzt sind (siehe Fotos).

Anders als bei uns geben sich die Leute hier aber nicht mit einem Abend zufrieden. Neujahr wir 3 Tage lang gefeiert und zwar feuchtfroehlich -im wahrsten Sinne des Wortes. Kinder beschuetten einen mit literweise Wasser (was bei den hohen Temperaturen eigentlich ganz angenehm ist) und nebenbei wird man auch noch mit Kreide in allen Farben bemalt.

Die Feiertagsstimmung hat uns allerdings schnell verlassen, als wir Phnom Pehn erreicht haben, wo wir uns mit einem sehr viel ernstern Kapitel dieses Landes auseinander gesetzt haben. Wir haben Tuol Sleng (besser bekannt als S21-Gefaengnis) besucht, wo unter Pol Pot und seinen Khmer Rouge zwischen 1975 und 1979 rund 20.000 Gefangene festgehalten und gefoltert wurden. Nur 8 Personen haben die Gefangenschaft ueberlebt! Noch heute erinnern Folterinstrumente, unglaublich kleinen Zellen und sporadische Blutflecken am Boden an die unmenschlichen Qualen, die hinter diesen Waenden stattgefunden haben.

Auch abseits des S21 hat Phnom Penh einen eher deprimierenden Eindruck auf uns gemacht. Die Stadt ist unglaublich dreckig – Muellberge liegen an allen Strassenecken, Ratten und streunende Hunde wuseln zwischen Unmengen von Motorraedern und es stinkt gewaltig. Aus diesem Grund haben wir unseren Aufenthalt in Phonm Penh auf ein Minimum von 2 Naechten beschraenkt und uns dann schleunigst auf den Weg zur Kueste gemacht, wo wir wieder ein bisschen Sonne und gute Laune tanken werden.



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